GMiT


GMiTGemeinde-Mitarbeiter-im-Training

Ein Trainingsprogramm für Mitarbeiter im Gemeindebau der Gemeinden Allgäu/Oberschwaben

Aus der Einsicht, dass der Engpass im Werk des Herrn der Mangel an treuen, tüchtigen und lehrfähigen Mitarbeitern ist, trafen sich im Herbst 2001 eine Handvoll Ältester und Leiter aus den Gemeinden Allgäu und Oberschwaben, um genau darüber zu beraten: Wie können motivierte und begabte Mitarbeiter gefördert und eine neue Generation von Leitern für die Gemeinden und Gemeindeneugründungen gewonnen werden? Bisher hatte hier jede Gemeinde mehr oder weniger ihre eigene Suppe gekocht, doch es erschien sinnvoll, hier Kräfte, Gaben und Möglichkeiten zu bündeln und ein gemeinsames Trainingsprogramm ins Leben zu rufen. Wir schauten über den eigenen Tellerrand, nahmen verschiedene Ausbildungsmodelle unter die Lupe, führten Gespräche mit erfahrenen Missionaren, Gemeindegründern und Ausbildern, und schon bald war eine Idee geboren. Die Vorstellungen nahmen konkretere Formen an und dem Kind wurde ein Namen gegeben: GMiT – Gemeinde-Mitarbeiter im Training. „Unser“ Trainingsprogramm musste aber noch detailliert entwickelt und an unsere Verhältnisse, Möglichkeiten und Ziele angepasst werden.

Das Konzept

Die folgenden Rahmenbedingungen und Zielvorstellungen wurden gemeinsam festgelegt:

Wir wollen das tun, was Paulus auch seinem geistlichen Kind und treuen Mitarbeiter Timotheus in seinem 2. Brief, Kap. 2,2 ans Herz legte: … und was du von mir in Gegenwart vieler Zeugen gehört hast, das vertraue treuen Leuten an, die tüchtig sein werden, auch andere zu lehren. Die Zielgruppe dieses Trainingsprogramms sind treue, tüchtige und lehrfähige Brüder. Wir wollen die persönliche Herausforderung annehmen, an diese Brüder das weiter zu geben, was wir selbst vom Herrn und aus Gottes Wort gelernt haben, was wir für wichtig und hilfreich erachten, und was ihnen in ihrem Leben, Zeugnis und Dienst helfen soll.

Die Teilnehmer bleiben normal in ihren persönlichen Verhältnissen, d.h. dass sie nicht die örtlichen Gemeinden und ihren Arbeitsplatz für eine gute biblische Ausbildung verlassen müssen. Der Aufwand für die Treffen und Hausaufgaben soll für sie nebenberuflich zu bewältigen sein. Das gleiche gilt für die Mitarbeiter: sie stehen ebenfalls größtenteils im Beruf, haben Familien und sind bewährte Älteste, Gemeindegründer und Diener des Wortes hier in der Region. Auch für sie soll es möglich sein, ihren Anteil am Lehrprogramm und die persönliche Betreuung der Teilnehmer unterzubringen.

Als ideales „Ausbildungsmodell“ steht uns vor Augen, wie Paulus Timotheus ausgebildet hat, und Jesus selbst die Zwölf. Jesus bestellte die 12, dass sie bei ihm seien, und Paulus nahm Timotheus mit, um mit ihm zusammen dem Herrn zu dienen. An diesen Vorbildern können wir im wesentlichen die folgenden 3 Merkmale erkennen, die auch tragende Säulen unseres Trainingsprogramms sind:

  1. Unterweisung und Lehre aus dem Wort Gottes: Das Wort Gottes steht im Mittelpunkt der Unterweisung, getreu der Aussage von Paulus an Timotheus in 2.Tim 3,16-17: Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werk völlig geschickt. Wir sind überzeugt und begeistert davon, wie jedes einzelne Buch der Bibel mit seinem Inhalt und Botschaft seinen Platz im Zusammenhang mit den anderen Büchern einnimmt, einzigartig und notwendig, wertvoll und wichtig ist, und wie das Wort Gottes als Gesamtes die Gläubigen bis zur Wiederkunft des Herrn begleitet und uns alles zum Leben, Zeugnis und Dienst zur Verfügung stellt. Wir stellen fest, dass es „nichts Neues unter der Sonne gibt“, und dass alle im AT und NT abgebildeten Situationen, Phasen, Probleme, Konflikte der Gläubigen, des Volkes Gottes, der Gemeinde als Ganzes, von örtlichen Gemeinden, von einzelnen Personen auch heute tagtäglich ihre Entsprechungen finden. Die Bibel erweist sich als relevant und völlig ausreichend für unser Leben und Zeugnis und Dienst. Wir können und sollen aus dem Reichtum der Bibel schöpfen und lernen, das Wort Gottes in den vielerlei Umständen und Situationen, die auch uns in unserem Leben und Dienst begegnen werden, richtig anzuwenden, und seinen vollkommenen Beistand, Hilfe, Rat, Trost und Hoffnung zu erfahren. Als Gerüst unseres Trainingsprogramms haben wir einen Lehrplan entwickelt, der wichtige Themen für Mitarbeiter enthält. Dabei setzen wir voraus, dass die Grundlagen des Glaubens bereits in den örtlichen Gemeinden gelehrt werden und die teilnehmenden Brüder keine Neulinge sind.
  2. Enge persönliche Gemeinschaft und Betreuung: Sowohl Jesus und die 12 Jünger als auch Paulus und Timotheus hatten enge Gemeinschaft und verbrachten viel Zeit miteinander. Jesus nahm die 12 mit, und sie konnten sein Wesen, seinen Charakter, sein Leben genau studieren. Sie erlebten ihn in seinem Dienst, seinem Umgang mit Menschen, hörten ihm zu wenn er lehrte, und er übertrug ihnen Aufgaben, wie er es für richtig hielt. Dabei widmete er ihnen persönliche Aufmerksamkeit, gab ihnen auch konkrete Ermunterung, Ermahnung, Trost, Korrektur und weitere Belehrung und ging auf ihre Fragen ein. Das gleiche können wir auch in der Beziehung zwischen Paulus und Timotheus beobachten. Wir erkennen, dass es bei der Ausbildung von Mitarbeitern nicht zuerst um eine Vermittlung von Wissen geht, sondern Leben an Leben weitergegeben wird. Die enge persönliche Gemeinschaft und Zusammenarbeit zwischen den Leitern und teilnehmenden Brüdern soll auch für uns die zweite tragende Säule in unserem Trainingsprogramm sein. Deshalb haben wir die Größe der Gruppe auf maximal 12 festgelegt, um einen intensiven Austausch zu gewährleisten. Des weiteren wird jeder der Teilnehmer für die Dauer des Programms einem der Leiter zugeordnet. Dieser hat dann als Mentor die Aufgabe, ihn zu begleiten, sich regelmäßig mit ihm zu treffen, und ihn auch an seinem eigenen Leben und Dienst teilhaben zu lassen, ihn ein Stück weit mit hinein zu nehmen und mit ihm zusammenzuarbeiten.
  3. Anwendung im Leben und Dienst: Wir erleben die Ausbildung und Zurüstung von Mitarbeitern in der Bibel ganz nahe an der Realität und mitten im wirklichen Leben. „Learning by doing“ und „Training on the job“ sind sehr gute Methoden, um effektiv zu lernen. Zurüstung und Ausbildung ist dann am wirksamsten, wenn man sie konkret brauchen und gleich anwenden kann. Die dritte Säule unseres Trainingsprogramms ist darum die gute Anwendbarkeit und der enge Praxisbezug. Während des Programms bleiben die Teilnehmer in ihren persönlichen Verhältnissen und örtlichen Gemeinden. Sie sind gehalten, auch während dieser Zeit in ihrer Gemeinde mitzuarbeiten und Verantwortung zu übernehmen, und können so das Gelernte unmittelbar anwenden: z.B. Gesprächsrunden leiten, lehren und predigen, Menschen besuchen, anderen im Rahmen von Jüngerschaftsbeziehungen weiterhelfen, am Evangelium mitwirken, Gemeinden gründen und befestigen usw.. Das Lehrprogramm zielt darauf, den Brüdern Kenntnisse, Handwerkszeug, Hilfsmittel, Methoden, Erfahrungen und Beispiele zu geben, die ihnen in ihrer Arbeit wirklich weiterhelfen.

Interessenten an dem Programm müssen sich mittels eines Fragebogens bewerben, und werden dann über ein Zulassungsverfahren, bei dem dann über anzugebende Referenzpersonen auch Auskünfte über die Bewerber eingeholt werden, „ausgewählt“. Falls verheiratet, müssen auch die Ehefrauen dahinter stehen. Eine Zulassung erfolgt verbindlich und verpflichtend für die ganze Dauer des Programms. Ein Zeitrahmen von 2 Jahren ist geeignet, wesentliche Inhalte zu vermitteln und Lernziele zu erreichen. Die gemeinsamen Treffen finden in der Regel alle 2 Wochen Montag Abend statt, einmal im Monat ist ein ganzer Samstag vorgesehen. Die Ferienzeiten sind von den Treffen frei gehalten, um nach intensiven arbeitsreichen Phasen auch genügend Zeit für Erholung und die Familien zu lassen. Mit Hausaufgaben und praktischen Übungen werden die Lerninhalte erarbeitet und vertieft. Die Themen werden weitgehend von den ständigen Mitarbeitern abgedeckt, für einige Themen werden „kompetente“ Gastreferenten eingeladen, insbesondere für Samstagseminare. Die Samstage stehen in der Regel auch für „Externe“ offen, sodass auf diese Weise auch weitere Lernwillige aus den Gemeinden nebenbei von dem Programm profitieren können. Bei einigen Themen ist auch die Teilnahme der Ehefrauen möglich und erwünscht.

GMiT hat den vierten Durchgang im Juli 2010 abgeschlossen.

Aktueller Hinweis 2.9.10: GMiT in der oben beschriebenen Form wird eine Pause einlegen. Wir wollen statt dessen Erfahrungen sammeln mit einem Training nach 2.Tim 2,2, wie es im Beitrag vom Juli 10 beschrieben ist.