Vision Gemeindegründungsbewegung

Heute möchte ich versuchen, zu beschreiben, um was es geht, was uns umtreibt. Ich will versuchen, die Vision zu beschreiben, die etliche von uns ergriffen hat.

Um es kurz auf den Punkt zu bringen: es geht um Gemeindegründung, oder besser gesagt, um Gemeindegründungsbewegungen (GGB), engl. Churchplantingmovements (CPM). Mit diesem Begriff wird etwas beschrieben, was in unserer Generation in verschiedenen Teilen der Erde und in unterschiedlichen Kulturen auf nicht für möglich gehaltene Art und Weise beobachtet und erlebt wird. Im Prinzip ist das, was dort geschieht, nichts Neues. Es ist sogar etwas Altes, Ursprüngliches, und jedem Bibelleser Bekanntes, denn es ist überraschend kompatibel mit dem, was wir im NT in den Evangelien und der Apostelgeschichte und den Briefen lesen können. Es geht um das Phänomen der Ausbreitung des Evangeliums als einer sich ausbreitenden Bewegung, die klein anfängt, und bei der als Ergebnis eine Region, eine Volksgruppe, eine Kultur und Subkulturen, ganze Länder und Nationen mit dem Evangelium durchdrungen werden und zahllose örtliche Gemeinden gegründet werden.

Wenn wir unsere eigene Arbeit und Erfahrungen hier im Allgäu und Oberschwaben anschauen, dann stellen wir fest, dass für uns Gemeindegründung bisher ein additiver Prozess ist: Eine Gemeinde entsteht, die Gemeinde wächst langsam und stetig, nach einigen Jahren wird vielleicht eine Tochtergemeinde gegründet, nach einigen Jahren vielleicht eine weitere, und bis auch Tochtergemeinden wiederum Tochtergemeinden gründen, gehen doch etliche Jahre oder gar Jahrzehnte ins Land, wenn überhaupt. In unserer Region sind auf diese Weise in der letzten Generation, ich spreche von ca. 30 Jahren, etwa 20-25 Gemeinden entstanden, mit vielleicht schätzungsweise einer durchschnittlichen Größe von 100 Personen incl. Kinder. Das ist nicht schlecht, wir freuen uns über Gottes Gnade und Wirken, und das ist auch schon eher außergewöhnlich für Deutschland. Wir sind dankbar, aber nicht zufrieden! Das was wir bei uns erlebt haben, ist nicht das, was wir im NT als ganz normale geistliche Realität beobachten können. Wenn es nun nicht besser ginge, dann müssten wir natürlich irgendwie zufrieden sein. Es fallen uns auch genügend Gründe ein, warum es nicht besser geht: es liegt an unserer Zeit, an unserer Gesellschaft, an den Menschen, am Teufel, an den lauen Christen …

Was einige von uns nun so stark fasziniert, motiviert und begeistert hat, ist dass wir überzeugt sind, dass es auch anders und besser geht, als wie wir es bisher erlebt haben! Über Kontakte der DIM sind wir auf GGB-en gestoßen, die in verschiedenen Teilen der Welt enorme Ausbreitung erfahren, und haben einen ihrer einflussreichsten und erfahrensten Vertreter und Initiatoren kennengelernt: David Watson. Etliche von uns sind durch das, was sie gelesen und gehört haben, stark motiviert und erweckt worden, und haben einen neuen Blick bekommen für biblische Prinzipien, Werte und Methoden, die zu Jüngerschaft, Multiplikation und GGB-en geführt haben. Bevor wir uns aber zu sehr den Erfahrungen von Menschen zuwenden, so gut sie auch sein mögen, wollen wir ins Wort Gottes hineinschauen. Wir glauben an Gottes Wirken, aber wir glauben auch, dass es in tiefem Einklang mit seinem Wort geschieht und geschehen muss. Was finden wir im Wort Gottes?

Der Weg des Evangeliums ist eine Gemeindegründungsbewegung!

Apg 1,8 … und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde.

Der Weg des Evangeliums von Jesus Christus, ausgehend von Jerusalem, Judäa, Samaria bis an die Enden der Erde, ist eine GGB! In einer Generation hatte sich das Evangelium im ganzen römischen Reich ausgebreitet, und in der Apostelgeschichte finden wir die Verbreitung des Evangeliums untrennbar verbunden mit der Gründung und Entstehung von örtlichen Gemeinden, an allen Orten, wo das Evangelium aufgenommen wurde. In den Briefen des Neuen Testaments, auch in den Sendschreiben der Offenbarung, stellen wir dann weiter fest, wie sehr es dann auch darum ging, die örtlichen Gemeinden zu stärken, gesund zu erhalten, sie in Glauben, Liebe und guten Werken und Lebenswandel zu fördern und zu bewahren. Denn jede der örtlichen Gemeinden war an ihrem Platz wiederum ein Leuchter, ein Pfeiler und Grundfeste der Wahrheit, Salz und Licht, ein Zeugnis für ihren Herrn und das Evangelium, um weiter in ihre lokale Gesellschaft und ihre Region hinein zu wirken und allen Menschen die Möglichkeit zu geben, den Herrn Jesus kennen zu lernen. Und ausgehend von örtlichen Gemeinden wurden wieder neue Gemeinden gegründet und neue Pioniermissionare ausgesandt. Wenn wir also ein Anliegen für die nachhaltige Ausbreitung des Evangeliums haben, kommen wir nicht umhin, über die neutestamentliche GGB, wie wir sie beschrieben finden, nachzudenken und sorgfältig deren Vorbereitung, Entstehung, Wege, Prinzipien, Werte, Methoden, Strategien zu studieren.

Die Evangelien als Lehrbuch für Gemeindegründungsbewegung?!

Das klingt für uns zunächst etwas fremd. Manche würden sagen, kann das sein, wenn die Gemeinde doch erst an Pfingsten ihre eigentliche Geburtsstunde hatte. Und als Leute mit einer dispensationalistischen Sicht der Bibel (Unterscheidung verschiedener Haushaltungen oder Zeitalter) tun wir uns vielleicht schwer, diesen Gedanken anzunehmen, dass die Evangelien ein Lehrbuch für GGB-en sein können. Die Logik ist aber eine einfache. Am Anfang der biblischen GGB stand Jesus mit seinen Jüngern. Und diese hat er während drei Jahren dafür ausgebildet, Initiatoren und Leiter von GGB-en zu sein. Er hat sie gelehrt und unterwiesen, auch nach seinem Abschied ihm so zu dienen und zu gehorchen, dass genau das dabei heraus kam, was wir in der Apostelgeschichte beobachten können: eine gewaltige GGB! Wir dürfen also davon ausgehen, dass Jesus in der Zeit, die er mit seinen Jüngern verbrachte, sie in den entscheidenden Kenntnissen, Prinzipien, Werten, Methoden, Strategien unterwies, die zu GGB-en führen. Er legte in dieser Zeit das Fundament dafür, er hat sie genau dafür ausgebildet! Natürlich war Jesus selbst das Fundament der Gemeinde, aber in nächster Stufe waren die Apostel das Fundament dieser Bewegung, die entstehen sollte. Und der Herr hat es auch für uns aufschreiben lassen, damit wir ebenso teilhaben können an diesem Ausbildungsprogramm für seine Jünger. Ein neuer Blick auf die Unterweisungen des Herrn an seine Jünger unter diesem Gesichtspunkt eröffnet ganz entscheidende Erkenntnisse für einige der wesentlichen Punkte, die wir auch in heutigen GGB finden, z.B. Stichwort die „Person des Friedens“ als Schlüsselpersonen für den Zugang und die Ausbreitung des Evangeliums in einer lokalen Gesellschaft.

Das Wort muss laufen

Kol 4,3 … und betet zugleich auch für uns, damit Gott uns eine Tür des Wortes auftue, das Geheimnis des Christus zu reden, um dessentwillen ich auch gebunden bin, damit ich es offenbare, wie ich reden soll.

2.Thes 3,1 Im Übrigen, Brüder, betet für uns, dass das Wort des Herrn laufe und verherrlicht werde, wie auch bei euch …

1.Thes 1,8 Denn von euch aus ist das Wort des Herrn erschollen, nicht allein in Mazedonien und in Achaja, sondern an jedem Ort ist euer Glaube an Gott ausgebreitet worden, sodass wir nicht nötig haben, etwas zu sagen.

Apg 13,48-49 Als aber die aus den Nationen es hörten, freuten sie sich und verherrlichten das Wort des Herrn, und es glaubten, so viele zum ewigen Leben bestimmt waren. Das Wort des Herrn aber wurde durch die ganze Gegend verbreitet.

Apg 19,10 Dies aber geschah zwei Jahre lang, so dass alle, die in Asien wohnten, sowohl Juden als Griechen, das Wort des Herrn hörten.

Apg 19,20 So wuchs das Wort des Herrn mit Macht und nahm überhand.

Es wird keine GGB entstehen, wenn das Wort Gottes nicht zum Laufen kommt! GGB-en entstehen dort, wo das Wort zum Laufen kommt. Gott muss eine Tür des Wortes auftun, und sie tut sich dort auf, wo sich eine Person des Friedens findet, und über diese Person findet das Wort Eingang zu einer Gemeinschaft von Menschen. Und nun geht es darum, dass das Wort nicht nur Eingang findet, sondern läuft und verherrlicht wird, Frucht bringt und wächst. Nachdem das Wort Eingang gefunden hat, soll es innerhalb einer Gemeinschaft und Gesellschaft unaufhaltsam laufen! Wie kann sich das Wort in einer Gesellschaft weiter ausbreiten, wie wird es bezeugt und weiter gegeben? Was sind für diese Gesellschaft die passenden Wege, Mittel und Methoden, dass es sozusagen „läuft wie geschmiert“? Wie bringen wir das Wort zum Laufen? Dabei sind es nun nicht mehr die Pioniere, die das tun, sondern die Menschen, die das Evangelium durch die Pioniere empfangen haben und es selbst auf eine Weise weitergeben, die zu diesen Menschen und dieser Gesellschaft passt. Das beste „Schmiermittel“ sind dabei die natürlichen gewachsenen bestehenden Beziehungen von Menschen, die sich kennen, die miteinander vertraut sind. Das Wort läuft von Mensch zu Mensch auf dem Weg aufbauender Beziehungen und intakter Gemeinschaft. Was aber muss der Pionier oder Arbeiter tun, was beachten oder auch vermeiden, damit das Wort zu laufen beginnt? Das sind Dinge, über die wir nachdenken und beten müssen, und in den aktuellen GGB-en finden wir Beispiele für erprobte und plausible Methoden und Lösungen, wie das geschehen kann, z.B. „Entdeckerbibelstudium“. Wenn das Wort zum Laufen kommen soll, müssen zunächst mal aufbauende Beziehungen bestehen oder hergestellt werden. Dies geschieht durch gelebte Liebe. Und die verwendeten Methoden und Mittel müssen einfach sein, leicht reproduzierbar, dürfen nicht von Experten abhängig sein, sondern von Laien an Laien weitergegeben werden können. Und die Leute müssen unmittelbar ins Wort kommen, sie müssen direkt an die Quelle geführt werden. Es muss das passieren, was Paulus an die Thessalonicher schreibt:

1.Thes 2,13 Und darum danken auch wir Gott unablässig dafür, dass ihr, als ihr von uns das Wort der Kunde Gottes empfingt, es nicht als Menschenwort aufnahmt, sondern, wie es wahrhaftig ist, als Gottes Wort, das auch in euch, den Glaubenden wirkt.

GGB-en können dort entstehen, wo es gelingt, den Leuten das Wort Gottes in die Hand zu geben und dieses auf ursprüngliche, unmittelbare Weise seine Wirkung durch den Heiligen Geist entfalten kann. Menschen müssen die unmittelbare Bindung an das Wort Gottes und an Gott selbst durch den Heiligen Geist erfahren. Wenn Paulus eine Gemeinde oft schon nach kürzester Zeit zurücklassen musste, konnte er sie doch unmittelbar Gott und dem Wort seiner Gnade anbefehlen (Apg 20,32). GGB-en sind von einer großen Liebe und Wertschätzung zum Wort Gottes geprägt, und einer gebührenden Reaktion darauf, dem Glauben und Gehorsam gegenüber der Wahrheit. Und dies führt uns zum nächsten Punkt.

Gemeindegründungsbewegungen sind „Jüngermacher-Bewegungen“

Mat 28,17-20 Und als sie ihn sahen, warfen sie sich vor ihm nieder, einige aber zweifelten. Und Jesus trat herzu und redete zu ihnen und sprach: Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf der Erde. Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu bewahren, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters.

Wenn GGB-en keine Jüngermacherbewegungen sind, wird ihnen schnell die Puste ausgehen. Sie werden nicht entstehen. Von Anfang an muss es darum gehen, dem Wort Gottes im Heiligen Geist gehorsam zu werden. Menschen müssen von Anfang an lernen, dem Herrn Jesus und dem Wort Gottes gehorsam zu werden, in unserer Kultur hat es eine starke Verschiebung gegeben hin zum Wissen anstatt Glaubensgehorsam und dem Tun. Es funktioniert, wenn es gelingt, Jünger zu machen, die aus Gehorsam dem Herrn Jesus gegenüber wieder andere zu Jüngern machen, Gemeinden zu gründen die wieder neue Gemeinden gründen und Leiter heranzubilden, die wiederum neue Leiter heranbilden. GGB-en sind stark geprägt von Gehorsam gegenüber der Wahrheit Gottes durch ein unmittelbares Überführt- und Überzeugtwerden aus dem Wort Gottes und dem Heiligen Geist. Jüngermachen und Jüngerschaft geschieht am effektivsten durch die Bildung von Gruppen, die von Anfang an lernen, ihr Leben zu teilen, zu dienen, gemeinsam das Wort zu lesen und zu studieren, dem Wort unmittelbar gehorsam zu werden, einander Rechenschaft zu geben, und in ihrem Umfeld den Willen Gottes zu tun.

Gemeindegründungsbewegungen sind „Hingeh-Bewegungen“

Bewegung hat schon etwas mit bewegen zu tun. Wir müssen uns „bewegen“, sonst wird sich nichts ändern, sonst wird sich auch nichts bewegen und in Bewegung kommen, keine GGB entstehen.

Mat 28,19 Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern …

Joh 17,18 Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt.

1.Kor 9,19 Denn obwohl ich von allen frei bin, habe ich mich allen zum Sklaven gemacht, damit ich so viele wie möglich gewinne.

1.Kor 9,22b Ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise einige errette.

1.Kor 10,32-33 Seid ohne Anstoß, sowohl Juden als Griechen als auch der Versammlung Gottes, wie auch ich mich in allen Dingen allen gefällig mache, indem ich nicht meinen Vorteil suche, sondern den der Vielen, damit sie errettet werden.

Ein Problem ist, dass Methoden der Evangelisation zum großen Teil darin bestehen, Veranstaltungen abzuhalten, und wir von den Leuten erwarten, dass sie kommen. Oder unsere Evangelisation besteht aus Aktionen, bei denen wir zwar hingehen und vor den Leuten auftauchen, aber ebenso schnell wieder verschwunden sind. Sie haben keine Chance, einen echten Eindruck von Jesus zu bekommen und ihn wirklich im Leben der Gläubigen erkennen zu können. Wir müssen nüchtern feststellen, dass auf unsere herkömmlichen Methoden nur ein kleiner Bruchteil von Menschen positiv reagiert. Wir sind zu weit weg, als dass sie unseren Einladungen folgen, und wir gehen nicht wirklich hin. Wir haben dazu viele Blockaden und Hindernisse aufgebaut, die es Ungläubigen erschweren, zu Christus zu kommen.

Manchmal heißt Hingehen auch Bleiben. Wenn wir schon da sind, wo der Herr uns eigentlich hinsenden wollte, brauchen wir ja nicht mehr hingehen, wir sind ja schon da, sondern wir müssen nur da bleiben, wo wir sind, nämlich unter den Verlorenen, unter den Menschen, mit denen uns vielfältige Beziehungen verbinden. Das betrifft vor allem die, die neu zum Glauben kommen. Und da wird immer wieder der Fehler gemacht, dass solche herausgerissen werden, oder sich zurückziehen und ihre natürlichen Verbindungen abbrechen oder verkümmern lassen, und man sich schon bald nur noch unter Gläubigen und in der Gemeinde bewegt und keine Freundschaften mehr pflegt zu Menschen außerhalb.

In GGB-en herrscht ein starkes Sendungsbewusstsein, frei von jeder Überheblichkeit und Besserwisserei, aber genährt aus der Erkenntnis der Wahrheit und der Liebe Jesu Christi. Wir müssen hingehen, sonst gehen sie verloren … Jesus hat es getan. Wir müssen neu lernen und buchstabieren, was es heißt, hinzugehen, uns zum Sklaven zu machen, allen alles zu werden, Anstöße, Hemmnisse und Blockaden zu identifizieren und abzubauen, uns in allen Dingen allen gefällig zu machen, den Vorteil der Vielen zu suchen. Wir erkennen auch in der Apostelgeschichte, wie schwer sich die Gläubigen taten, hinzugehen. Gott musste zunächst durch Verfolgung nachhelfen, dass sie Jerusalem verließen. Oder Blockaden der Ablehnung mussten überwunden werden, Bsp. Kornelius. GGB-en können entstehen, wo Gläubige hingehen, sich auf Menschen einlassen und so weit wie möglich anpassen, Fremde und Feinde lieben, dienen und beten.

Wir brauchen eine klare Vision!

Seit einiger Zeit beten nun einige dafür, dass der Herr Jesus selbst uns eine „realisierbare“ Vision gibt, für die wir leben, arbeiten und alles geben wollen. Er hat uns etwas vor Augen geführt, dass uns innerlich berührt, begeistert und motiviert hat, doch soll sich seine Vision für uns noch weiter konkretisieren und noch klarer werden.

Diese Vision muss jedenfalls größer sein als was uns menschlich möglich erscheint, damit allein Gott verherrlicht wird, wenn sie Wirklichkeit wird, und der „Erfolg“ allein seinem übernatürlichen Wirken zugeschrieben werden kann. Diese Vision muss „gottgemäß“ sein, sie muss zu Gott passen, denn seine herrliche Größe, Macht, Weisheit, Liebe und Gnade soll darin offenbar werden.

Diese Vision muss aber auch zu uns passen, denn wir sind überzeugt, dass der Herr sie ja mit uns umsetzen will, auch wenn natürlich noch viele Arbeiter und Beter dafür gewonnen werden müssen. Sie muss zu unserem Glauben passen, unser Glaube muss sich damit verbinden und sie tragen und an ihr festhalten können, und sie muss mit unseren und den durch uns und mit uns erschließbaren natürlichen und geistlichen Ressourcen und Potentialen realisierbar sein. Dabei müssen wir allerdings in der Lage sein und lernen, mit Gott zu rechnen und sein übernatürliches Wirken fest „einzukalkulieren“. Nichts anderes sollten seine Jünger wohl lernen in der Speisung der 5000, als der Herr sie aufforderte, das wenige, was sie hatten, die 5 Brote und 2 Fische, zu geben, um daraufhin zu erleben, wie es ausreichte und sich reproduzierte, so dass alle satt wurden.

Unsere Vision muss sich unmittelbar gründen auf Gottes Wort und fest darin verwurzelt sein und daraus genährt werden. Sie muss völlig mit dem im NT geoffenbarten Willen Gottes übereinstimmen. Wenn wir auch nichts in der Hand haben, wir brauchen ein Wort Gottes „in der Hand“. Alles andere wird nicht ausreichen und nichts wert sein, wenn wir aber sagen können, … Gott hat gesagt …, dann werden wir uns auch immer auf Gottes Treue und Macht verlassen können. Es wird Gott gefallen, wenn wir sein Wort ernst nehmen, ihm glauben, und es tun. Und es wird Gott gefallen, zu seinem Wort zu stehen!

Unsere Vision muss ein Stück weit auch flexibel und anpassungsfähig sein. Sie darf wachsen, wenn wir Erfahrungen machen und im Glauben Bestätigung erfahren dürfen. Wir wollen uns auch gerne von Gott „überraschen“ lassen, wenn er mehr und Größeres tut, als was wir erwartet haben. Wir wollen sie nicht „einzementieren“, sondern lernfähig und lenkbar sein. Dennoch stellt diese Vision auch ein konkretes Ziel dar, für das wir leben und es zu erreichen suchen. Es muss darum auch soweit konkret sein, dass ihr Eintreffen „messbar“ ist, und es klar erkennbar ist, wenn die Vision Realität geworden ist.

Nach bisherigem Stand sind die folgenden Punkte Bestandteile der Vision, wie wir sie vom Herrn empfangen und als seinen Willen und Weg erkennen:

  • Eine GGB, durch die Gemeinschaften von Jüngern Jesu in jeder Stadt oder Gemeinwesen unserer Region gegründet werden
  • Das Evangelium gelangt zu allen Menschen unserer Gesellschaft, alle Kulturen und Subkulturen, Gruppen und Gemeinschaften werden erreicht.
  • Dieses Ziel wird in einer Generation erreicht, das sind ca. 25-30 Jahre
  • Um dieses Ziel zu erreichen ist es notwendig Jünger zu machen, die aus Gehorsam dem Herrn Jesus gegenüber wieder andere zu Jüngern machen, Gemeinden zu gründen die wieder neue Gemeinden gründen und Leiter heranzubilden, die wiederum neue Leiter heranbilden.
  • Zentrale Werte sind Gehorsam gegenüber der Wahrheit, Liebe und Sendung.
  • Methoden und Mittel müssen einfach, leicht reproduzierbar und problemlos weitergegeben werden können.

Übrigens, diese Vision ist eigentlich ein Befehl! Wir werden sie erleben, wenn wir den Anweisungen des Herrn Folge leisten!

Unsere Vision ist eigentlich, das erleben zu wollen, wovon wir überzeugt sind, dass Gott es will! Unser Glaube besteht darauf, dass sein Wille geschehe.

Heb 11,1 Der Glaube aber ist eine Verwirklichung dessen, was man hofft, eine Überzeugung von Dingen, die man nicht sieht.

Wenn wir nicht wirklich glauben, dass eine GGB möglich ist, werden wir niemals die nötigen Schritte tun, um sie in Gang zu bringen. Wir müssen die Bewegung schon sehen, fühlen, schmecken und im Glauben erfassen, lange bevor sie sichtbar zu werden beginnt, und uns gegenseitig darin stärken, ermutigen, und zusammenarbeiten! Wir laden auch Dich dazu ein …

Eine Antwort auf „Vision Gemeindegründungsbewegung

  1. Hallo Erik,
    gelungene Darstellung der „Vision“. Besonders die „Zusammenfassung“ am Schluss: Eine Vision verwirklicht sich dann, wenn sie bereits vorher “ ‚geschmeckt und im Glauben erfasst wird‘ bevor sie sichtbar wird“.
    Sei gesegnet

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