Das missionarische Gebet

Wie sollen wir beten, damit das Reich Gottes sich ausbreitet, das Evangelium vorwärts geht, alle Menschen erreicht werden, und Gemeindegründungsbewegungen entstehen, die eine Gesellschaft ganz durchdringen? Die folgenden vier Bibelstellen enthalten konkrete Aufforderungen zum Beten, und weisen auf vier Aspekte hin, die ganz offensichtlich notwendig sind, dass das Evangelium eine Gesellschaft durchdringt. Ich denke, wir müssen diese vier Aspekte lernen und verstehen – und so beten. Wir werden nicht umsonst dazu aufgefordert.

Er sprach aber zu ihnen: Die Ernte zwar ist groß, die Arbeiter aber sind wenige. Bittet nun den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte aussende. Geht hin! Lk 10,2

Es sollte uns aufhorchen lassen, wenn der Herr selbst ein konkretes Gebetsanliegen mitteilt! Er war gerade dabei, neben seinen 12 noch weitere 70 Jünger anzuheuern, um sie in die Städte und Dörfer zu senden, in die er selbst kommen wollte. Diese Jünger waren selbst gerade dabei, Arbeiter für den Herrn zu werden. Er stockte von 12 auf 70 auf. Doch sagt er ihnen, es sind noch zu wenige, denn die Ernte ist so groß! In Anbetracht der großen Ernte gibt es viel zu wenig Arbeiter! Der eigentliche Engpass im Werk des Herrn ist, dass es zuwenig Arbeiter gibt. Und der Herr sagt es denen, die bereits Arbeiter sind bzw. dabei sind, solche zu werden, dass sie den Herrn der Ernte bitten sollen, weitere Arbeiter in seine Ernte zu senden. Wollen wir, die wir auch Arbeiter des Herrn sind, diesen Wunsch des Herrn ernst nehmen, und für weitere Arbeiter beten? Dieses Anliegen muss eines der Top-Anliegen in unseren Gebeten sein und bleiben. Siehst du die Menschen, die Arbeit, die Möglichkeiten, das was brach liegt? Bete für Arbeiter! Siehst du die Städte und Dörfer, Regionen und Länder, zu denen der Herr noch nicht gekommen ist? Bete für Arbeiter! Siehst du die Nöte in der Gemeinde? Bete für Arbeiter! Machen wir es zu einer Gewohnheit, lassen wir es zu einem Reflex werden: wenn wir die Arbeit sehen, lasst uns direkt den Herrn bitten, dass er jemand beruft und für diesen Dienst bestellt. So werden die Löcher gestopft, die Lücken gefüllt, das Werk vorangebracht!

Jesus sagte, … das Reich der Himmel ist gleich einem Hausherrn, der frühmorgens ausging, um Arbeiter für seinen Weinberg anzuwerben (Mt 20,1). Der Herr hat etwas vor, und das erste, was er tut, ist Arbeiter dafür anzuwerben. Es gibt eine Arbeit zu tun, viel Arbeit, und Arbeiter müssen sie tun, sonst wird sie nicht getan. Die schon Arbeiter sind, können Tag und Nacht arbeiten, und haben doch nur eine bestimmte Kapazität und Wirksamkeit. Und die Arbeit kann nicht getan werden, wenn nicht mehr Arbeiter dazu kommen. Und der Herr will Menschen dafür gewinnen, seine Arbeit zu tun, in seinem Auftrag, in seiner Kraft, in seinem Geist, unter seiner Anleitung und Führung, nach seinem Plan. Erkennen wir die existentielle Bedeutung von Arbeitern für das Werk des Herrn?  Der Herr selbst war damit beschäftigt, Arbeiter anzuwerben und auszubilden und zu senden. In diesem Zusammenhang fordert er diejenigen, die er als Arbeiter in die Ernte sendet, dazu auf, den Herrn der Ernte zu bitten, dass er weitere Arbeiter in seine Ernte aussende. Der Aufforderung zu bitten, folgt unmittelbar die Aufforderung, hinzugehen. Das heißt, sie sollten betend hingehen in die Ernte mit diesem Gebet. Was bedeutet das? Wo sollten die weiteren Arbeiter denn herkommen? Aus der Ernte! Wenn wir hingehen, uns um Menschen zu kümmern und sie für den Herrn zu gewinnen, beten wir, dass der Herr aus diesen wiederum Arbeiter beruft und aussendet. Wir beten, weil nur der Herr seine Arbeiter berufen kann, sie müssen ihn selbst erkennen, ihn lieben, sich seiner Autorität unterstellen, und sich ihm hingeben zum Dienst. Ein wesentlicher und ganz entscheidender Teil der Arbeit für den Herrn besteht darin, neue Arbeiter zu gewinnen, zuzurüsten und an die Arbeit zu stellen, und dies betend und den Herrn darum bittend.

… und betet zugleich auch für uns, damit Gott uns eine Tür des Wortes auftue, das Geheimnis des Christus zu reden, um dessentwillen ich auch gebunden bin, damit ich es offenbare, wie ich reden soll. Kol 4,3

Die Arbeiter machen sich auf, um in die Ernte zu gehen. Wir kennen das Evangelium von dem Herrn Jesus und wollen es weitersagen. Doch wo und wie können wir es sagen? Wer will es hören? Jeder, den es im Herzen drängt, das Evangelium weiterzugeben, hat hier seine Not und macht sich Gedanken und sucht Wege und Möglichkeiten und rätselt, wie er mit dem Wort Gottes Zugang zu Menschen, Familien, Gemeinschaften, Dörfern und Städten, Kulturen und Subkulturen findet. Allzuoft erleben wir es als verschlossen, wo ist der Eingang? Dies betrifft besonders die Pioniere, die das Evangelium weitertragen wo es noch nicht ist. Wir sind angewiesen auf das Gebet, auf die Führung des Herrn. Wo ist die offene Tür, eine „Person des Friedens“, ein offener und vorbereiteter Mensch, der das Wort Gottes hören will und durch den es Zugang findet zu der Gemeinschaft, in der er lebt? Wo macht jemand die Tür auf, indem er das Wort hören will? Wie finden wir eine „Plattform“, um das Wort zu reden, bzw. wie können wir Menschen dahin führen, dass sie sich mit dem Wort beschäftigen? Und welches sind die Wege, Mittel und Methoden, über die man überhaupt versucht, die offene Tür zu finden? Das Gebet ist der Schlüssel, im fast buchstäblichen Sinn. Gott muss die Tür auftun, und das Gebet bringt uns in die Abhängigkeit von ihm, unter seine Führung, und unsere Gebete bewegen ihn dazu, uns bei der Hand zu nehmen und den Eingang zu zeigen. Herr, zeige wo die Tür ist, und mach du sie auf, und hilf uns, das Geheimnis des Christus zu reden! Wir werden auch ermutigt in Ofb 3,7-8: … Dieses sagt der Heilige und Wahrhaftige, der den Schlüssel des David hat, der öffnet, und niemand wird schließen, und schließt, und niemand öffnet. … Siehe, ich habe eine geöffnete Tür vor dir gegeben, die niemand zu schließen vermag …

Im Übrigen, Brüder, betet für uns, dass das Wort des Herrn laufe und verherrlicht werde, wie auch bei euch … 2.Thes 3,1

Ja, wir haben eine offene Tür gefunden, Menschen haben positiv auf das Evangelium reagiert, und sind an den Herrn gläubig geworden! Und nun geht es darum, dass das Wort nicht nur Eingang findet, sondern läuft und verherrlicht wird, Frucht bringt und wächst. Nachdem das Wort eingedrungen ist, soll es innerhalb einer Gemeinschaft und Gesellschaft unaufhaltsam laufen! Wie kann sich das Wort in einer Gesellschaft weiter ausbreiten, wie wird es bezeugt und weiter gegeben? Was sind für diese Gesellschaft die passenden Wege, Mittel und Methoden, dass es „läuft wie geschmiert“? Wie bringen wir das Wort zum laufen? Dabei sind es nun nicht mehr die Pioniere, die das tun, sondern die Menschen, die das Evangelium empfangen haben und es selbst auf eine Weise weitergeben, die zu diesen Menschen und dieser Gesellschaft passt. Was aber muss der Pionier oder Arbeiter tun, was beachten oder auch vermeiden, damit das Wort zu laufen beginnt? Auch dafür sollen wir unbedingt beten, sodass das Werk nicht ins Stocken kommt.

Ich ermahne nun vor allen Dingen, dass Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen getan werden für alle Menschen, … Denn dies ist gut und angenehm vor unserem Heiland-Gott, der will, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. 1.Tim 2,1+3

Letztendlich ist es das Ziel, dass das Evangelium zu allen Menschen einer Gesellschaft hingelangt, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Wir dürfen uns nicht damit zufrieden geben, dass wir einen Teil der Menschen unserer Stadt erreicht haben. Wir müssen uns Gedanken machen, wie das Evangelium zu allen Menschen und Gruppen von Menschen gelangt. Auch eine lokale Gesellschaft besteht aus vielen verschiedenen Gemeinschaften, Gruppen, Subkulturen, sozialen Schichten und Milieus, und eine Gesellschaft soll ganz mit dem Evangelium durchdrungen werden. Paulus gibt diesem Beten Priorität: … ich ermahne nun vor allen Dingen … Die örtliche Gemeinde hat den Auftrag, für alle Menschen ihrer lokalen Gesellschaft zu beten und sie zu erreichen.

Beten wir, mit Einsicht, beständig, im Glauben, in Liebe!

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